Unfotogen! Wirklich?

Aktualisiert: 15. Okt. 2021

Das Unbehagen vor der Kamera und wie man es überwindet


Wer nicht gerade die oder der geborene Youtuber oder ein erfahrenes Model ist, fühlt sich recht schnell unbehaglich vor einer Kamera. Auch ich als Fotografin kann mich hier nicht herausnehmen. Erst recht, wenn man von mir ein Video aufzeichnet, wird meine Stimme schnell mal zittrig und das Gesicht wirkt plötzlich wie festgefroren.

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Spreekind-Fotografie: Sedcard Photo

Stellt sich die Frage, ob man sich mit diesem Stress wirklich abfinden muss oder lässt sich dieses Unbehagen überwinden und man findet sogar Spaß am Fotografiert-werden?


Als erfahrene Portraitfotografin weiß ich, dass die Nervosität am Anfang ganz normal ist. Schließlich steht man ja quasi im Rampenlicht. Schauspieler nennen dieses Gefühl übrigens Lampenfieber. Doch während Schauspieler ihre Rolle beherrschen und Models sich ein gutes Posing-Vokabular angeeignet haben, kann man als ungeübte Person schnell unsicher werden.


Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass man sich während des Fototermins wirklich wohl fühlt und dem bzw. der Fotograf*in vertraut. Man könnte auch sagen, die Chemie muss passen. Wenn man sich vor dem Buchen des Fototermins einen guten Überblick verschafft hat, kann man schon einmal auf das handwerkliche Können setzen.


Natürlich sollte man erholt und ausgeruht in das Fotoshooting kommen und die Termine auch so legen, dass man ohne Zeitdruck sich voll und ganz auf das Shooting konzentrieren kann. Weiterhin kann es hilfreich sein, dem/der Fotograf*in vor dem Fotoshooting ein paar Bildbeispiele (z.B. von Businessportraits) zu zeigen, welche die eigenen Vorstellungen widerspiegeln, damit der Fahrplan entsprechend stimmig gestaltet werden kann und man als Kunde positiv eingestimmt sich bereits während des Shootings auf das finale Ergebnis freut.


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Spreekind-Fotografie: Portraitfoto im Fotostudio

Während des Fotoshootings ist es wichtig, dass beide - sowohl Fotograf*in als auch Kunde*in - miteinander im Dialog bleiben. So zeige ich meinen Kunden bei den angeleiteten Portrait- oder Business-Shootings gern zwischendurch schon einmal die einzelnen Ergebnisse, um mich einerseits abzusichern, dass wir uns zusammen in die gewünschte Richtung bewegen und zum anderen aber auch, um meiner Kundin bzw. meinem Kunden die Nervosität und die Anspannung zu nehmen, indem sie sich direkt vergewissern können, dass das Zwischenergebnis zu den eigenen Vorstellungen passt oder diese vielleicht sogar überragt. Bei angeleiteten Familienshootings kann man zwar weniger die einzelnen Fotos zwischendurch anschauen, um weiterhin im Flow zu bleiben, doch auch hier empfiehlt es sich, Wünsche und Gedanken gleich direkt mitzuteilen.

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Spreekind-Fotografie: Hier fühlen sich alle wohl.

Ziel ist es immer, sich auf den Moment einzulassen und im Hier und Jetzt zu sein. Um aber im Flow, also in der Energie zu bleiben, kann es manchmal auch hilfreich sein, dem eigenen Kopf eine kleine Pause zu gönnen. Kleine Kinder sind hier noch völlig unvoreingenommen und zeigen direkt und ungefiltert ihre Stimmungen und Gefühle. Hier kann zwischendurch eine kleine Verschnaufpause und aufmunterndes Herumalbern helfen, die Kleinen noch einmal zum Mitmachen zu bewegen bzw. auch diese Momente des In-Sich-Kehrens und der Ruhe als Fotomotive dankbar anzunehmen.


Natürlich wahre und respektiere ich immer die persönlichen Grenzen.

So schätze ich die kleinen Pausen zwischendurch ebenso, um mich selbst noch einmal zu sammeln und in aller Ruhe die nächsten Schritte zu überlegen.


Zum Abschluss gibt es noch einen kleine Anekdote aus meinem Erlebnissen meiner Fotografenarbeit, die mich nachhaltig geprägt hat.


Tatsächlich war das ein Businesshooting noch während meiner Ausbildungszeit. Die Kundin, die ich fotografieren sollte, erzählte mir gleich am Anfang, dass sie sich für völlig unfotogen halte und sich eigentlich auf Fotos nie schön fand. Doch dann passierte etwas Wundervolles. Ich bemerkte, wie nach ein paar Minuten die ganze Anspannung von ihr wich und sie anfing, mir zu vertrauen und immer selbstsicherer wurde, so dass sie zum Schluss beim Abholen ihrer Businessfotos zufrieden und fast schon verlegen wunderschöne Fotos von sich in den Händen hielt.


Denn im Grunde gibt es keine „unfotogenen“ Menschen, sondern nur verunsicherte und selbstkritische. Doch wenn man ihnen die Zeit gibt, sich an die Situation zu gewöhnen - ich nenne es gern auch die Aufwärmzeit - kommt auch hier der Moment, wo die Anspannung weicht, sie sich öffnen und einem vertrauen, und dann kann man zusammen etwas Wunderschönes erschaffen.


Ihr habt Fragen, Anregungen oder wollt gern einen Termin für ein Fotoshooting buchen? Schreibt mir, ich freue mich auf Euch!

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Spreekind-Fotografie: Erste Krabbelversuche bei Homestory.

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